Pfaffengrund bei Heidelberg, Spätsommer 1920

Am 12. September 1920 erlebt der Pfaffengrund sein bisher größtes Spektakel. Mit Reden, einer Baubegehung und vielen „Hochs“ weihen der Heidelberger Oberbürgermeister und der Vorsitzende der Genossenschaft, die den Siedlungsbau im Westen Heidelbergs organisiert, den Pfaffengrund ein. Auch die Genoss*innen, die bereits in der Siedlung wohnen, beteiligen sich: Überall hängen Blumen und Girlanden, bunte Fahnen flattern im Wind, sogar ein Karussell hat man für diesen Tag aufgebaut.

Die Genoss*innen feiern, obwohl im Pfaffengrund noch wenig steht. Im September 1920 ist der Stadtteil mitten im Bau, erst ein gutes Jahr zuvor haben die Arbeiten an den ersten Häusern und Straßen begonnen. Am 12. September feiern die Genoss*innen deshalb weniger, was ist. Sie feiern, was werden soll: Sozialer und harmonischer als im übrigen Deutschland wollen sie im Pfaffengrund zukünftig leben, städtisch und zugleich mitten in der Natur.

Hundert Jahre sind seitdem vergangen. Wovon die ersten Bewohner*innen des Pfaffengrunds träumten, was sie diskutierten und was sie taten, findet sich heute in Archiven, in Akten, Tagebüchern und Fotografien – und natürlich im Pfaffengrund selbst. Wir, Fabienne Bitz, Tim Schinschick und Jakob Bauer, haben uns in ihre Welt begeben. Und wir laden Sie ein, uns mit dieser Website zu folgen. Kommen Sie in den Pfaffengrund, nehmen Sie ihr Handy mit – und entdecken Sie, was aus den Bewohner*innen und ihren Idealen wurde.

Wie funktioniert diese Seite?

Unsere Website soll Sie auf einem Rundgang durch den Pfaffengrund begleiten. Sie führt in neun Stationen durch den Pfaffengrund. Zu jeder Station haben wir ein Kapitel geschrieben, das einen anderen Aspekt der Gründungsjahre schildert. Chronologisch reichen sie ungefähr vom Ende des 1. Weltkriegs und bis zum Jahr 1928.

Alle Kapitel finden Sie auf unserer Karte, jeweils markiert durch einen nummerierten Marker. Die Nummern stehen für die Reihenfolge, in der die Stationen gedacht sind. Die Karte zeigt das heutige Straßenbild, damit Sie sich anhand der Straßennamen zurechtfinden und die nächste Station finden können. Wenn Sie möchten, können Sie sich auch Ihren Standort auf der Karte anzeigen lassen.

Zusätzliche Informationen finden Sie in Hintergrundtexten und Quellenauszügen. Sie sind in den Kapiteln entsprechend verlinkt.

Muss ich im Pfaffengrund sein, um diese Seite zu nutzen?

Unsere Website ist prinzipiell von überall nutzbar. Wir empfehlen aber, sie als Zusatz zu einem Spaziergang durch den Pfaffengrund zu nutzen. Nur so sehen Sie, was aus der Gründungszeit noch heute erhalten geblieben ist – und entdecken vielleicht ganz neue Aspekte.

Wer sind wir?

Wir, Jakob Bauer, Fabienne Bitz und Tim Schinschick, studieren Geschichte an der Universität Heidelberg. Für dieses Projekt haben wir „WurzelWerk – das Geschichtslabor“ gegründet. Mehr zu uns und unseren Rollen in diesem Projekt finden Sie unter „Wer wir sind“.

Wer hat dieses Projekt ermöglicht?

Die Stadt-Heidelberg-Stiftung, getragen von Stadt und Universität Heidelberg, hat „Pfaffengrund 1920“ mit einem großzügigen Zuschuss unterstützt. Mit viel Geduld und großer Hilfsbereitschaft haben uns die Mitarbeiter*innen des Stadtarchivs beraten und mit Dokumenten und Scans versorgt. Die Baugenossenschaft Neu-Heidelberg stellte uns zahlreiche Bilder zur Verfügung, hilfreiche Hinweise bekamen wir von den Mitgliedern des Geschichtsvereins Heidelberg und des Stadtteilvereins Pfaffengrund. Auch Dr. Kilian Schultes und Prof. Dr. Cord Arendes vom Historischen Seminar der Universität Heidelberg danken wir herzlich für ihren Rat.

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